Stimmen der Presse über Konzerte von Anna Fridman aus drei Jahrzehnten — in Deutschland und den Niederlanden.
Über mehrere Jahre hinweg tourte Anna Fridman als Solistin mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Moskau durch deutsche Konzertsäle.
Im wohl bedeutendsten unter Anton Rubinsteins fünf Klavierkonzerten, dem Opus 70 in d-Moll, entfesselte Anna Fridman alles, was sein Schöpfer — einer der Begründer der Tradition des russischen Virtuosentums — in die Noten gelegt hatte, mit nahezu perfekter Meisterschaft. Und das war vor allem eines: technische Brillanz im Klaviersatz.
Anschließend war Edvard Griegs Klavierkonzert a-Moll op. 16 zu hören. Blank geputzt von orchestraler Virtuosität und rhythmischer Präzision war die russische Pianistin Anna Fridman mit metallenem, wenn auch nie hartem Klang, kraftvoller Prägnanz und rhythmisch-energischer Spannung, wodurch jeglicher Anflug von höherer Salonmusik vermieden wurde. Die kantablen Passagen wusste sie mit melodischem Gespür fesselnd zu durchdringen, treffend auf dem schmalen Grat zwischen zupackender Attitüde und auskostender poetischer Empfindsamkeit.
Für das Klavierkonzert a-Moll op. 16 von Edward Grieg hatte man die russische Pianistin Anna Fridmann gewinnen können, die in überzeugender Manier die weich strömenden Passagen und die eruptiven Momente des Werkes brillant interpretierte. Das beliebte Gesamtwerk ist ganz in der Tradition deutscher Romantik konzipiert und lebt gleichzeitig von norwegischem Kolorit.
Auch in der symphonischen Suite "Der Feuervogel" von Igor Strawinsky wollte Orlov nicht mehr — aber auch nicht weniger — als die Partitur so schön wie möglich klingen zu lassen. Vor so geballter Musik russischer und armenischer Herkunft ließ das Orchester auch dem Klavierkonzert op. 16 von Edward Grieg größte Sorgfalt angedeihen. Die wunderbare Pianistin Anna Fridmann entwickelte die drei Sätze fern jeder Oberflächlichkeit, zügig mit gewaltigem Atem, bestimmt im Detail und mit eisernem Zugriff in den Ecksätzen.
Einen Sprung um über 70 Jahre nach vorne macht das Orchester nach der Pause mit elf von insgesamt 52 Ballettnummern aus Sergej Prokofjews "Romeo und Julia". Als Zugabe spielt Anna Fridman etwas gehetzt zwar, aber technisch mit Bravour einen Chopin-Walzer in a-Moll.
Diesmal ist es die russische Pianistin Anna Fridman, die als Solistin einen glänzenden Auftritt in der eher rhapsodistisch angelegten Fantasie für Klavier und Orchester hat. Pianistin, Dirigent und Orchester korrespondierten wunderbar miteinander, was am großartigen Gelingen der vielen Tempowechsel auszumachen ist.
Von nicht minder hoher Qualität dann der zweite Programmpunkt, das "Klavierkonzert a-moll op. 16" des norwegischen Komponisten Edvard Grieg, sein einziges vollendetes Werk dieser Gattung. Ein sensibles, von dramatischem Gespür geprägtes Miteinander, welches das Orchester und die russische Pianistin Anna Fridmann hier präsentierten. Dirigent und Solistin kommunizierten in Perfektion miteinander, die Musik wurde von dramatischen Ausbrüchen bis hin zur melancholischen Poesie des Adagios gemeinsam empfunden, zum Leben erweckt. Anna Fridmann überzeugte mit ihrer Virtuosität bei perlenden Klangkaskaden ebenso wie in Momenten der Zurückhaltung oder in Augenblicken zupackender Wucht.
Wie sich zwischen der Verdi- und Strawinsky-Dramatik das nordisch gefärbte Klavierkonzert von Edvard Grieg ausmacht, liegt vor allem in den Händen des Solisten: Die russische Pianistin Anna Fridman liebt das Werk unumwunden und verströmt ihre Zuneigung dank ihrer makellosen, kraftvollen Pianistik mit großer Eleganz. Ihr Grieg-Spiel beeindruckt durch blühenden Ton, rhythmischen Schalk, großen Gesang im Adagio und auch durch blitzblanke, wie von Geisterhand hingeworfene Passagen. Ihre Chopin-Zugabe wies sie obendrein als versierte Chopin-Spielerin aus.
Solistische Glanzpunkte setzte dabei Pianistin Anna Fridman in Rubinsteins Klavierkonzert Nr. 4 d-moll, dessen musikalische Vielschichtigkeit wie geschaffen für die virtuosen Hände der in ihrem Heimatland etablierten Russin schien: Kraftvoll und ohne die facettenreichen Stimmungswechsel zu vernachlässigen widmete sie sich der thematischen Darstellung im wirkungsvollen ersten Satz und vermochte selbst in den Solopassagen noch mit der Klangfülle des Orchesters zu konkurrieren. Und als Anna Fridman in atemberaubendem Tempo auch die letzten technischen Schwierigkeiten des virtuosen Schlusssatzes gemeistert hatte, kannte die Begeisterung des Publikums kein Halten mehr.
In Chopins f-Moll-Klavierkonzert dämpfte er das Orchester wohltuend ab und ließ es nur in den Tutti-Zwischenspielen auftrumpfen. Pianistin Anna Fridman brillierte mit differenziertem Anschlag, ausgefeilter Technik und Sinn für musikalische Poesie. Bewundernswert ihre Fähigkeit, Chopins üppige Arabesken nicht als bloße Dekoration zu begreifen, sondern melodisch en detail so intensiv zu gestalten, dass der kleinsten Note substanzielle Wichtigkeit zukommt. Für den begeisterten Applaus im gut besetzten Stadttheater bedankte sich Anna Fridman mit Chopins a-Moll-Walzer.